RUCO Druckfarben gibt Ihr erfolgreiches Debüt mit dem ersten Becherdruckseminar für Kunden
Am 19. und 20.03.2009 fand in Wiesbaden RUCO´s erstes Seminar im Segment Becherdruck im Trockenoffset statt.Kernpunkte dieser zweitägigen Veranstaltung waren Lösungsansätze zur Qualitätssicherung für den gesamten Druckprozess sowie die neusten Trends und Tendenzen in diesem Marktsegment.In den jeweiligen Beiträgen zeigten die einzelnen Fachreferenten Lösungen auf, wie der Druckprozess, angefangen bei der Druckvorstufe, über die Farbe bis hin zur UV Härtung stabilisiert werden kann.
Die Begrüßung der Teilnehmer übernahm zu Beginn der Geschäftsbereichsleiter der Firma RUCO Jürgen Schmidkunz, verantwortlich u.a. für den Becherdruck, der das Unternehmen und dessen Philosophie "Secure Print Processing vorstellte.
Herr Torben Unold von HL Repro a|s, eröffnete als erster Gastreferent mit dem Thema "Anforderungen an die Druckvorstufe".Aufgezeigt wurden die unterschiedlichen Bildaufbaumethoden im 4-c Farbsatz im Vergleich zum hexachromatischen Farbsatz und zum hexachromatischen Farbsatz mit zusätzlichen Sonderfarben. Ein weiteres interessantes Thema in dieser Präsentation war der Vergleich von digital belichteten zu digital gravierten Druckplatten. Bei belichteten Druckplatten besteht die Druckoberfläche aus einer Ebene während bei digital gravierten Druckplatten die Motivhöhe bestimmbar ist.Dies hat zum Vorteil, dass volle Farben kräftiger übertragen werden können und bei feinen Rastern weniger Druck ausgeübt wird; Rasterpunkte werden somit nicht zugeschmiert.Eine weitere Herausforderung, wie Herr Unold in seinem Vortrag erläuterte, sei die Bedruckung von konischen Bechern: In der Bechermitte wird der Rasterpunkt optimal gedruckt, während oben die Punkte zusammen gedrückt und im unteren Bereich des Bechers auseinander gezogen werden. Um diese Verzerrung des Druckbildes zu vermeiden, hat HL Repro eine spezielle Software entwickelt.
Im direkten Anschluß referierte Jürgen Liesen, Anwendungstechniker von RUCO mit Spezialgebiet Becherbedruckung über die Vorteile des hexachromatischen Farbsatzes in Verbindung mit der von RUCO neu entwickelten Farbserie 080UV. Diese Farbe ist speziell für die Bedruckung von Lebensmittelbehältern wie Joghurtbechern u.a. aus Polypropylen und Polystyrol im Trockenoffset geeignet, ist migrationsarm, hoch reaktiv und weist eine sehr gute Adhäsion und Abriebfestigkeit auf. Druckfarben der Serie 080UV ermöglichen höchste Druckgeschwindigkeiten - bis zu 36.000 Bechern pro Stunde können verarbeitet werden.Beim hexachromatischen Farbsatz werden die Sekundärfarben als zusätzliche Farbe gedruckt. Dadurch wird eine geringere Flächendeckung beim Übereinanderdruck erreicht, weichere Farbverläufe und kräftigere Sekundärfarben sowie eine geringe Rückfärbung auf dem Druckklischee und im Farbkasten lassen das Druckmotiv fotorealistischer erscheinen. Der Direktdruck ist durch den großen visuellen Farbraum, die leuchtenden Farben und die sehr gute Bildwiedergabe durchaus als Alternative zu In-mould Bildern zu sehen. Hierdurch bietet sich die Möglichkeit, Dekore im In-mould Verfahren wieder für den Direktdruck zurück zu gewinnen.
Über das zur Zeit hoch aktuelle Thema Unbedenklichkeitserklärung der Farbe zur Bedruckung der Außenseite primärer Verpackungsmaterialien für Lebensmittel" und die damit im Zusammenhang stehende EG-Rahmenverordnung Nr. 1935/ 2004 referierte Dr. Derra, Geschäftsführer des ISEGA Institutes. Generell unterliegen die Druckfarben für Lebensmittel-verpackungen keiner speziellen Gesetzgebung, jedoch hat die Auswahl der zur Herstellung verwendeten Rohstoffe der EuPIA-Leitlinie "Druckfarben zur Verwendung auf der vom Lebensmittel abgewandten Oberfläche von Lebensmittelverpackungen und Gegenständen" sowie spezifischen Reinheitsanforderungen zu entsprechen. Ziel ist es die Migration von Druckfarbenbestandteilen in Lebensmittel auf ein Minimum zu senken und somit den Rahmenbedingungen der EG-Verordnung Nr. 1935/2004 und weiteren Vorschriften zu entsprechen. Die Prüfung von Druckfarben und Lacken beinhaltet eine Rezepturprüfung anhand der Positivlisten, Migrationsuntersuchungen für den indirekten und direkten Kontakt und Set-Off, Prüfungen auf flüchtige Verbindungen und Übergang antimikrobieller Substanzen sowie sensorische Untersuchungen.
Daniel Wider, Sales Manager des führenden Maschinenherstellers Polytype erklärte den interessierten Teilnehmern, dass vor allem die Druckmaschinen einen großen Einflussfaktor auf die Druckqualität nimmt. Hierzu wurden in einem ausführlichen Trouble Shooting Lösungen für den Becherdruck aufgezeigt. Bei einem Kostenvergleich der Dekorationsmethoden Shrink Sleeves, Etikett und In-mould zum Direktdruck, schließt letzteres Verfahren sowohl bei der Produktions-geschwindigkeit von bis zu 36.000 Bechern/Stunde als auch bei den Gesamtkosten als günstigste Variante ab. Mit konventionellen Klischees sind gute Druckergebnisse zu erzielen, eine Verbesserung der Qualität kann durch Laser belichtete Druckplatten erreicht werden.
Aber nicht nur die einzelnen Faktoren an der Maschine müssen berücksichtigt werden, sondern auch das Gummituch als Übertragungsmedium hat einen großen Einflussfaktor auf die Druckqualität,"Es gleicht Formtoleranzen starrer Bauteile aus und sorgt für einen gleichmäßig verteilten Anpressdruck dazwischen", so Michael Bollmann, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens. Sie müssen eine konstante Dicke und Auflagenstabilität während des gesamten Druckauflage bieten. Ein geeignetes Gummituch ist somit für den laufenden Druckprozess und eine hervorragende Qualität unabdingbar.
Über die Verbesserung der Farbhaftung durch Korona-, Plasma oder Flammvorbehandlung sowie über Substratbeschaffenheit und Substrat-behandlung referierte Herr Dr. Eckert, Arcotec GmbH. In einem ersten Schritt wurden den Zuhörern die Unterschiede der drei verschiedenen Vorbehandlungsmethoden und deren Vorteilen dargelegt. Die Form des zu bedruckenden Gegenstands, die vorzubehandelnde Fläche, die Taktzeit sowie die Geschwindigkeit sind die wichtigen Indikatoren, die über die Art der Vorbehandlung entscheiden. Generell wird durch eine Vorbehandlung die unpolare Becheroberfläche gereinigt und in eine polare Oberfläche umgewandelt, d.h. die Oberflächenspannung wird erhöht und somit eine bedruckbare Substratoberfläche geschaffen. In Verbindung mit den Haftungseigenschaften der Farbe wird ein Farbfilm mit entsprechenden Beständigkeiten erzielt.
UV-Härtung im Grenzbereich und LED Härtung als Alternative der Zukunft.Viele Faktoren spielen bei der Qualität der UV-Härtung eine wichtige Rolle:Von der Bestrahlungsdauer, der elektrischen Leistung, der Röhrentemperatur bis hin zum Zustand des Filters uvm. müssen alle Parameter übereinstimmen und geprüft werden, um eine optimale Aushärtung zu erlangen. Die Uviterno AG hat hierzu ein Netzwerk an Partnern entwickelt, um gemeinsam das Thema UV-Härtung zu definieren, zu kalkulieren und zu verifizieren. Zu dem Diskussionspunkt LED Härtung als zukünftige Alternative, zeigte Herr Huber die Vorteile und Nachteile den interessierten Zuhörern auf. So gehören zum Beispiel die sehr lange Lebensdauer der Dioden sowie gesundheitliche und umweltrelevante Aspekte wie keine Ozonbildung und keine IR-Emission zu den Hauptvorteilen. Jedoch ist die spezifische Leistung für den Becherdruck mit 10-20W/cm auf der Becheroberfläche noch zu gering. Durch den fehlenden kurzwelligen Anteil des LED Lichtes wird die Farbfilmoberfläche nicht richtig ausgehärtet, so dass nur eine geringe Kratzfestigkeit besteht und es somit zu Problemen bei der Stapelung der Becher führt. Zur Zeit sind die Systempreise und Peripheriekosten noch recht hoch, jedoch ist die Tendenz fallend. Insgesamt gesehen wird die LED-Härtung parallel zur UV-Härtung weiterentwickelt werden.
Ein weiterer Fachvortrag wurde zum Thema Farbmetrik von RUCO Druckfarben durch Frau Langweiler gehalten. Farbtongenauigkeit spielt heutzutage eine immer größere Rolle. Unterschiedliche Farben und Farbtiefen werden unterschiedlich wahrgenommen. Um einen Farbton genauer beschreiben zu können, muß er durch drei Zahlenwerte definiert werden: Der Farbton, die Helligkeit und die Sättigung. Die Farberscheinungen eines Gegenstandes sind immer von der Lichtquelle abhängig. Unterschiedliche spektrale Anteile im Licht führen zu unterschiedlichen Reflektionen, deshalb werden Farbmessungen mit weißem Licht durchgeführt, um vergleichbare Werte zu erhalten und dem Kunden die Reproduzierbarkeit seiner Druckergebnisse zu garantieren.
Am Ende des zweitägigen Becherdruck Seminars waren sich alle Teilnehmer einig - die einzelnen Vorträge haben zu Fachdiskussionen und neuen Denkanstössen angeregt und die Teilnahme habe sich auf jeden Fall gelohnt.



